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Lesezeichen
sind im Grunde überflüssig, weil ein Papierschnipsel, eine Postkarte
oder ein Kassenbon die Buchseite genausogut markieren kann. Oder wie der
berühmte Regisseur Steven Spielberg einmal gesagt hat: 'Warum soll man
einen Dollar für ein Lesezeichen ausgeben, wenn man den Dollarschein
genausogut als Lesezeichen verwenden kann?'
Doch
der Mensch handelt in vielen, ja in den meisten Situationen nicht
rational. Der Mensch hat nämlich etwas anderes im Sinn. Der
Mensch ist auf der Suche nach Schönheit. Sein Tun wird in weiten Teilen
bestimmt von der Sehnsucht nach Schönheit. Ist das für Sie
überraschend? Denken Sie ein paar Tage darüber nach.
Tatsache
ist, dass die wenigsten Leser ein Lesezeichen kaufen, weil sie an dessen
Funktion interessiert sind. Die meisten Menschen kaufen ein Lesezeichen,
weil sie es schön finden. Es ist eine Art Liebe auf den ersten Blick,
oder ein Impulskauf wie die Marketinggurus es nennen.
Vier
von fünf Lesezeichen werden übrigens von Frauen gekauft. Soll das
heissen, dass Frauen weit mehr nach Schönheit dürsten als die Männer?
Das ist schwierig zu sagen. Jedenfalls lesen die Frauen mehr als die
Männer, insbesondere die Literatur ist vorwiegend eine weibliche
Domäne. Ein beachtlicher Teil der Lesezeichen, schätzungsweise 20 bis
30 Prozent, werden übrigens nicht für den Eigengebrauch, sondern
als Geschenk gekauft.
Weil
das Lesezeichen von der Schönheit lebt, haben wir der Schönheit des
Lesezeichens eine Ausstellung
gewidmet. Hier sind über 150 interessant gestaltete Lesezeichen aus
drei Jahrhunderten und diversen Ländern ausgestellt. Die Ausstellung
versucht einen inspirierenden Eindruck über die verschiedenen
Materialien und Macharten sowie über die historischen und geografischen
Einflüsse zu geben.
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